Nico Budert Photography
Budert-Fotografie.de

Liebe Freunde und Gäste,

heute habe ich mich mal etwas ausführlicher mit dem Olympus 75-300mm 1:4,8-6,7 II ED MSC beschäftigt und euch einen kleinen persönlichen Eindruck zusammen gefasst.

Seit die ersten Frühlingssonnenstrahlen dieses Jahr hinter den dunklen Regenwolken hervorgeschaut haben, habe ich das dringende Bedürfnis in die Natur zu ziehen und zur Abwechslung mal ein paar Tiere zu fotografieren. Da ich ein sehr naturverbundener Mensch bin und gerne in unseren Wäldern wandere, trifft es sich doch ganz gut diese Sache auch mal wirklich anzugehen. Vielleicht nicht gleich als super Naturprofifotograf mit National Geographic Ambitionen aber mal schauen was sich so einfangen lässt. Mein erstes Problem ist das passende Objektiv. Ich fotografiere, wie den meisten von euch ja inzwischen bekannt sein dürfte mit Olympus. Das heißt ich habe einen niedlichen kleinen Sensor mit Cropfaktor 2, also in meinen Augen keine schlechte Voraussetzung für Tieraufnahmen. Da sich die Brennweite dadurch verdoppelt, bedeutet eine Brennweite von 150mm ist genauso wie 300mm an einer Vollformatkamera oder einer analogen Kleinbildkamera. Das ist so gesehen aber nicht ganz richtig. Die Eigenschaften, also z.B. die erreichbare Schärfentiefe oder Tiefenschärfe oder wie auch immer ihr dazu sagen wollt, ist bei einem vergleichbaren FourThirdSensor, wie Olympus und Panasonic in seiner Lumixreihe nutzt,  genauso wie beim gleichen Objektiv an einem Vollformat. Das Einzige was sich wirklich verändert ist der Bildausschnitt. Also ein 150mm Objektiv an 4/3 hat dieselben Eigenschaften wie ein 150mm Objektiv an einer Kleinbildkamera, liefert aber durch den kleinen Sensor einen Bildausschnitt entsprechend einem 300mm Objektiv. So, ich hoffe ich konnte diesen kleinen Irrtum halbwegs verständlich erklären. Durch die höhere Anzahl an Megapixeln auf dem Vollformatsensor kann man also diesen Vorteil der kleinen Sensoren wieder gutmachen, wenn man das Bild einfach hinterher am Rechner zurechtschneidet. Nah gut also doch kein wirklicher Vorteil oder? Und ob, der entscheidende Vorteil, gerade weil ich mit Systemkameras arbeite, ist die Größe und das Gewicht, aber dazu später mehr.

Bildausschnittsvergleich

Da ich beruflich Portraitfotograf bin, benötige ich eigentlich nie Brennweiten über 150mm(300mm Kleinbild) und so begrenzt sich mein Objektivsammelsurium auf 9-150mm (18-300mm Kleinbild). Aber irgendwie reicht das nicht aus um ein Tier wirklich nah genug heran zu bekommen. Nach kurzer Suche auf der Olympusseite fand ich das passende Objektiv für mich, das Olympus Zuiko Digital 90-250mm f2,8 (180-500mm Kleinbild)– cool. Geniale Blendenöffnung durchweg, das muss ich haben! Der nicht mehr ganz so coole Preis von 5499,- € holte mich dann doch recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und ich entschied mich letztendlich für die doch sehr preisgünstige Variante Olympus 75-300mm 1:4,8-6,7 II ED MSC (150-600mm KB). Ok, nicht so herausragende Blendenöffnung aber dafür weniger als 10% des Preises.

Olympus Pen mit Olympus 75-300Zuerst war ich ein wenig enttäuscht von der Größe des Objektivs, denn irgendwie erscheinen mir 116mm doch etwas zu klein für eine Abbildung eines 600mm Objektivs. Selbst ausgefahren misst es nur 165mm. An diesem Punkt muss man definitiv die Gegenlichtblende ins Spiel bringen, damit die Konkurrenz sieht, dass man überhaupt ein Teleobjektiv aufgeschraubt hat. Auch das Anfassen war erst einmal gewöhnungsbedürftig, die Proreihen von Olympus gewohnt, hielt ich diesmal nur ein Haufen Plastik in der Hand, das gerade mal 420 g (ja, richtig gelesen 420g) auf die Waage bringt. Zusammen mit meiner guten alten PEN sind es dann sage und schreibe nur 860 g Ausrüstung. Wow, damit lässt sich definitiv den ganzen Tag herumlaufen. Mein oben genanntes Olympus 90-250mm wiegt dagegen allein schon 3,3 Kg. Ähnliche Objektive wie das Tamron SP 150-600mm für Nikon, Canon oder Sony wiegen ebenfalls 2 Kg und sind mehr als doppelt so groß wie mein 75-300. Also  wenn ich den ganzen Tag in der Natur spazieren bin, sind 860g definitiv ein Plus. Ich muss dazu sagen ich bin kein Naturfotograf, der sich mit Tarnnetz stundenlang im Wald verschanzen möchte um diese bekannten Meisterwerke einzufangen. Ich möchte einfach in die Natur um schöne Aufnahmen zu machen und dafür habe ich hiermit die perfekte Ausrüstung.

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Alle Fotos die hier zu sehen sind, sind frei aus der Hand geschossen. Ich habe kein Stativ benutzt, dazu mach ich noch mal eine separate Testreihe. Aufnahmen sind allerdings nur bei Erhöhung des ISO-Wertes möglich, ansonsten sind sie im 600mm Bereich kaum zu halten und das trotz Sonnenschein. Bei der 100 Prozentansicht der Bilder sind auch leichte Unschärfen erkennbar, die man mit Sicherheit durch ein Stativ wegbekommen würde. Die Abbildungsqualität reicht natürlich nicht an die einer Prolinse heran, ist aber für den Heimgebrauch ausreichend. Ich denke ein schickes A3-Poster kann man sich da schon locker ausdrucken und an die Wand hängen. Ebenfalls zu merken ist der doch recht träge Autofocus, gerade wenn es etwas dunkler wird. Also im großen und ganzen ist zu sagen, dass es natürlich Unterschiede zwischen Profiwerkzeug und diesem Objektiv gibt, wenn ich aber den Einsatzzweck und die damit verbundene Kosten- und Gewichtsvorteile betrachte, habe ich mich für das Richtige entschieden und freu mich schon auf die nächste Wanderung.

 

auch Schnappschüsse sitzen

Wie ihr mit Sicherheit bemerkt habt war ich für den Test dieses Objektives nicht im Wald unterwegs, sondern im Tierpark und ganz nebenbei hat sich dabei herausgestellt, dass es auch ein tolles Portraitobjektiv ist, da man absolut unbeobachtet fotografieren kann. Die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt.  

 

In diesem Sinne denkt daran:
Gemeinsam schaffen wir Erinnerungen.

Euer Nico Budert

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Beitrag vom 14.03.14

 

 

 

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